Bienvenidos! Willkommen! Welcome!

Familie VOS schrieb aus dem paraguayischen Chaco, 2010-2011.



Freitag, 5. März 2010

Bestätigung

Nachts nur mit Beleuchtung
Es gibt nicht nur Dinge, die man sich abgewöhnen muss/kann, es gibt auch Dinge, die man sich angewöhnt. Z.B. immer auf den Boden schauen, wenn man irgendwo in der Natur ist. Oder in meinem Fall, nachts nur mit Taschenlampe aus dem Bett zu gehen, weil der Boden erhellt werden muss.
Heute Nacht musste ich kurz zu Lenia und wollte, auf dem Rückweg zum Bett, eben auf die Uhr schauen. Zum Glück beleuchtete ich den Boden, denn genau auf meinem Weg stand ein - kleiner - Skorpion. Ich holte einen Schuh, er wurde getötet, der Boden gesäubert und wir schliefen wieder. Bzw. Holger lag erst mal wach und dachte über Skorpione nach, ich habe stattdessen von ihnen geträumt. Das Viechzeug hier ist echt nichts für den relativ von Insekten und Spinnentieren verschonten Deutschen.
Sonst ist hier alles beim Alten, außer, dass wir heute endlich unser Sofa + Sessel bekommen haben. Es folgen also bald Aufnahmen, die das Innere unseres Hauses zeigen. Für die, die unsere Wohnung vorher kannten: Euch wird klar sein, dass es für uns recht schwierig ist, in einem Land ohne Ikea zu leben. Aber - kaum zu glauben - es geht auch ohne. Wenn auch nicht ganz so gut...
(Anke)

Dienstag, 2. März 2010

Nachtrag 2

Jetzt ist sie tot
Wie wir informiert wurden, wurden heute zwei Klapperschlangen dort erschlagen, wo wir die eine angetroffen haben.
(Anke)

Happy End!
Also für uns ;-)
(Holger)

Montag, 1. März 2010

Nachtrag

Wie man mit Klapperschlangen verfährt
Als wir die Klapperschlange gesehen haben, haben wir kurz überlegt, ob man sie erschlagen muss. Aber da zuvor die meisten Reaktionen auf "gefährliche" Tiere hier eher gelassen waren, haben wir nicht gefragt, ob wir das tun sollten.
Heute haben wir erfahren: Das sollte man tun. Die Besitzer der Fenz haben im letzten Jahr eine Kuh, einen Bullen und ein Pferd durch Klapperschlangen verloren und waren nicht begeistert davon, dass wir eine bei ihnen gesehen haben.
Für das nächste Mal wissen wir:
1. Wenn die Schlangen zusammengerollt sind, sind sie am aggressivsten. Also Vorsicht!
2. Geeigneten Stock/Stange suchen.
3. Zuerst auf den Rücken (dann bewegt sie sich nicht mehr), dann auf den Kopf schlagen.
Ich hoffe, unser Wissen werden wir nicht mehr brauchen!
(Anke)

Sonntag, 28. Februar 2010

Erdbeben

Hier bebte die Erde nicht
Man sollte das Beben, das Chile erschütterte, bis Sao Paolo bemerkt haben können. Wir haben jedoch nichts bemerkt - mehr noch: Erst durch eure Fragen, ob wir etwas davon mitbekommen hätten, erfuhren wir von dem Erdbeben, was belegt, wie "weit ab vom Schuss" wir hier sind. Aber es liegt eigentlich nicht am Chaco, dass wir uninformiert sind, sondern daran, dass wir hier erstens recht viel zu tun haben und es zweitens schwieriger ist, an News zu kommen.
Doch nun zu Wichtigerem. Wer helfen will, dem sei dieser Link empfohlen:
http://www.aktion-deutschland-hilft.de/index.php
(Holger)

Das war knapp

Augen auf in der Wildnis
Das Wetter war schön, nicht zu heiß und ohne Regen, also wollten wir raus. Wir konnten auf das Land unserer Kollegin fahren, um spazieren zu gehen usw. (Falls sich jetzt der Paraguay- bzw. Chaco-Unkundige fragt, warum wir nicht einfach irgendwo anders spazieren gingen/gehen: Hier gibt es keine Natur, die nicht besessen wird. Alles ist eingezäunt. Man kann hier nicht im Wald, auf Feldwegen etc. spazieren gehen. An den Straßenrändern verlaufen Zäune, überall, ohne Unterbrechung. Man kann also auf der Straße spazieren, wo Autos an einem vorbei rasen und Staub aufwirbeln oder – wenn man Glück hat so wie wir – zu jemandem aufs Land fahren.
Also fuhren wir. Nach kurzem Spielen wollte Amalia sich die Hände waschen und ging vor zum Wasserhahn. Lenia lief mit, wir glücklicherweise dicht dahinter. Denn plötzlich entdeckte ich nah – viel zu nahe – an meinen Kindern eine – noch – friedlich zusammengerollte Schlange. Ich rief und zog die Kinder sofort zurück, die Schlange schien uns bemerkt zu haben, bewegte sich jedoch nicht. Aber wir gingen lieber weg.
Ich habe natürlich nachgeforscht, was es für eine Schlange war; ich zitiere aus einem Buch:
„Das wohl gefährlichste Tier im Gran Chaco ist die Diamantklapperschlange. Die meisten tödlichen Bissunfälle gehen auf ihr Konto. Ihr Gift beinhaltet Toxine, die auf das zentrale Nervensystem wirken und zu Lähmungen und Schock sowie Ausfällen zentraler Organe und Nierenversagen führen.“ (Vinke/Vinke (2008): Der paraguayische Gran Chaco. Dauvi-Verlag, Bergheim.)
Im Internet habe ich auch gelesen, dass sie mit über 200 km/h nach vorne schnellt, wenn sie zubeißt – sobald Gefahr droht. Es war die ganze Zeit ruhig und dann kamen meine Kinder relativ schnell sehr nahe, ich denke, sie hätte das als Gefahr interpretieren können. Wir lassen die beiden nicht mehr vorgehen! Wir sind wirklich froh, dass wir mit dem Schrecken davon gekommen sind; auch wenn der im erst im Nachhinein kam, als wir erforscht hatten, was es für eine Schlange war.
Naja, danach waren wir mutig und Holger wollte auch mal eine Schwarze Witwe sehen. Sie war noch da und sah gefährlich aus. Aber auch ihr sind wir natürlich nicht zu nahe gekommen. Wir spazierten weiter, entdeckten im „Urwald“ der Fenz allerlei interessante Gewächse und Tiere – Minifrösche, Riesenkäfer – wurden jedoch leider durch einen Wassergraben aufgehalten, der wohl durch den letzten starken Regen entstanden war. Erst im Nachhinein fielen mir die Kaimane und Wasserschlangen ein, also ging ich nah ran. In den Wasserpflanzen entdeckte ich Schaumballen und erinnerte mich, darüber bereits etwas gelesen zu haben.
Ich zitiere wieder: „Der Leopardfrosch versucht der Trockenheit ein Schnippchen zu schlagen, indem er […] am Gewässerrand für die Eier eine Erdhöhle baut, die er mit einem festen Schaum abdeckt. […] Beim nächsten Starkregen wird das Nest überschwemmt, und die Kaulquappen kommen frei.“ (ebd.)
Wenig später war leider der Akku der Kamera leer – ich will meine Kamera wieder!
So konnte ich Folgendes nicht mehr fotografieren: interessante große Spuren, die wir gefunden haben, die nervige Libelle – Libellen zeigen hier ein gänzlich anderes Verhalten als in Deutschland: Haben sie dich entdeckt, umfliegen sie dich die ganze Zeit und folgen dir. Warum? Evtl. Neugier? Keine Ahnung. – einen wunderschönen großen Schmetterling, Kakteenblüten, Papageien, die sich in meiner Nähe niederließen, als ich zeichnete usw.
Nachdem wir unser Mittagspicknick beendet haben, sind wir wenig später los. Haben auf dem Weg noch ein paar Pflanzen zur Verschönerung unseres Gartens vom Wegrand mitgenommen – wir haben uns vorher abgesichert, das ist okay.
Die Fotos, die gemacht werden konnten, findet man in der erweiterten Diaschau: „Reiten und allerlei Getier“.
(Anke)

Donnerstag, 25. Februar 2010

Das wollte ich eigentlich nie machen (müssen)

Oder: Das Getier nimmt kein Ende!
Wir haben ja schon Einiges zur - manchmal nicht ganz so erfreulichen - Tierwelt Paraguays erzählt und doch gibt es immer mal wieder Neues zu berichten.
Zuerst ein Nachtrag, den ich erst im Internet recherchieren musste: Am Sonntag, als wir mit unserer Kollegin auf ihrem Land waren, musste Amalia mal und wir beide suchten das Plumpsklo auf (obwohl Amalia die schon in Schweden nicht mochte). Anders als in Schweden habe ich mich hier zunächst versichern wollen, dass kein gefährliches Viechzeug da drin ist. Ich öffnete die Tür und sah sofort eine mittelgroße schwarze Spinne mit roten Punkten - so wurde uns die Schwarze Witwe beschrieben, wegen deren Bissen auch Erwachsene ins Krankenhaus kommen. Also ging ich mit Amalia lieber hinter das Plumpsklo. Ich war mir natürlich nicht sicher, ob es tatsächlich eine Schwarze Witwe war und habe im Internet nach Bildern gesucht. Es war eine! Gut, dass wir nicht drin waren...
Und noch etwas nicht ganz Neues, aber zumindest für mich eine Premiere. Beim Aufräumen der Spielsachen habe ich - glücklicherweise nicht die Kinder - einen Skorpion in einer Ecke des Kinderzimmers entdeckt. Da der Mann nicht da war, musste ich zum Schuh greifen. Ein Nachherfoto gibt es, für das Vorherfoto war mir die Gefahr zu groß, dass der Skorpion weg ist, wenn ich die Kamera geholt habe.

Nur ein toter Skorpion ist ein guter Skorpion!

(Eigentlich ist nur der nichtexistierende Skorpion ein guter Skorpion!)

Aber es gibt auch schönere, - hoffentlich - nicht so gefährliche Tiere. Hier als Beispiel: eine Libelle auf unserem hauseigenen Guavenbaum. (Diaschau: Lebendiges in unserem Garten ist auch erweitert.)
(Anke)

Sonntag, 21. Februar 2010

Achtung!

Es gibt drei neue Posts am 21. 2. - bitte von unten nach oben lesen ;-)
Ach ja, die Kröte hat die Zisterne offenbar verlassen können - jedenfalls haben wir sie nicht mehr gefunden.
(Holger)