Bienvenidos! Willkommen! Welcome!

Familie VOS schrieb aus dem paraguayischen Chaco, 2010-2011.



Mittwoch, 20. Oktober 2010

Amalias vierter Geburtstag

...liegt hinter uns...

Unsere Große hat am Dienstag ihren Geburtstag gefeiert.

Bis 15.30 Uhr nur mit uns und diversen "Skype-Besuchern", dann folgte der Kindergeburtstag, der wie jedes Jahr stressiger ist als geplant... (aber zum Glück haben andere Mamas mitgeholfen, sodass ich nicht im Stress unterging, denn Holger kam erst aus der Schule, als die "Party" schon voll im Gange war).

Wir hatten eine große Hüpfburg ausgeliehen, die auch knapp im schattigeren Teil des Gartens Platz fand. So war es bei der Hitze, die herrschte, überhaupt möglich zu springen...
Insgesamt wurden es - mit unseren - 13 Kinder und bei den Mamas, die blieben, waren noch zwei Babys, so dass es recht voll wurde und wir froh waren, dass das Wetter zuließ, dass draußen und drinnen gefeiert wurde...

Amalia hat - ganz Mädchen - im Prinzessinnenstil (im Bild der Schlosskuchen mit Glitzertürmen und Silberperlenweg) gefeiert, und obwohl zunächst auch nur Mädchen da sein sollten, war es doch in Ordnung, dass drei Brüder mit dabei waren ;-)
(Dass sie in Deutschland auch durchaus mit Jungs gespielt hat, zählt für Amalia nicht als Argument.)
(Anke)

Sonntag, 10. Oktober 2010

Die Kunst...

...ist allgegenwärtig - jedenfalls bei uns zu Hause.
Leider hat die Bildende Kunst sowohl als Unterrichtsfach als auch im sonstigen kulturellen Leben in Loma Plata - und ich glaube auch in ganz Paraguay - einen nicht so hohen Stellenwert.
Aber darum soll es hier nicht gehen.
Die Diashow von meinen Bildern wurde erweitert, unten ein Motiv, das des Öfteren auftaucht. Ich habe eine Bildserie begonnen: "Das Land der Zäune - Paraguay" Was mich als Kunstliebhaberin, Kunstschaffende, Kunstlehrerin und Mutter natürlich besonders erfreut, ist, dass meine Töchter großes Interesse am bildnerischen Schaffen haben. Während Lenia selbstverständlich noch ungegenständlich malt - es sei denn, es ergibt sich zufällig etwas, was sie erkennt - lässt Amalia sich schon durch Gesehenes in der Umwelt und durch meine Bilder inspirieren:
Friedhof in Hanga Roa auf der Osterinsel und ein späteres Kreidebild von Amalia: "Bunter Friedhof" (fotografiert von Oma).

Links Kakteen von mir, rechts die davon inspirierte Buntstiftzeichnung von Amalia.
(Anke)

Freitag, 8. Oktober 2010

Aus der Schule I: DSD u.a.

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu. Die großen Veranstaltungen, wie zum Beispiel das 11. Musische Treffen, sind vorbei, und auch die Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom. Vergleicht man den Verlauf eines Schuljahres am CSLP mit einem Jahr an einer Schule in Deutschland (wir haben ja vor unserem Aufenthalt hier einige Schulen in D. kennen gelernt), so wird ganz deutlich, dass es hier viel mehr außerunterrichtliche Aktivitäten gibt, mit der Folge, dass es schon stressig ist, für die Schüler und die Lehrer, Unterricht, also das "Kerngeschäft", und die anderen Dinge (Sportturniere, Ausstellungen, sonstige Wettbewerbe...) unter einen Hut zu kriegen... Meiner Meinung nach ist das zuviel, sodass ich froh bin, dass es nun ruhiger wird.
Ziemlich arbeitsreich für uns Deutschlehrer hier an der Schule ist das DSD, das Deutsche Sprachdiplom.
Im DSD gibt es vier Prüfungsteile:
- Leseverstehen,
- Hörverstehen,
- schriftliche und
- mündliche Kommunikation.
Die Schüler müssen beim Lese- und Hörverstehen zeigen, dass sie die dargebotenen Texte inhaltlich verstanden haben; bei der schriftlichen Kommunikation ist ein Aufsatz gefragt, und im Rahmen der mündlichen Kommunikation sollen sie ein Referat halten.
Sie werden in der neunten Klasse auf dem DSD-I-Niveau geprüft; am Ende der Oberstufe (Bacillerato) gibt es die DSD-II-Prüfung. Die Stufen folgen der Einteilung von Niveaus nach dem europäischen Referenzrahmen für das Erlernen von Fremdsprachen: von A1 (elementare Sprachverwendung - Anke und ich sind wahrscheinlich in Bezug auf Spanisch noch unter diesem Niveau) bis C2 (die höchste Kompetenzstufe, die nicht jeder deutsche Muttersprachler ereicht). Die DSD-Prüfungen sind Stufenprüfungen, d.h., dass ein Schüler je nach den erreichten Punkten bei der Prüfung entweder eine grundlegende Stufe, die nächsthöhere Stufe erreicht oder auch gar nicht. So gibt es bei DSD-I die Stufen A2 und B1, bei DSD-II die Stufen B2 und C1. Das Nichtbestehen ist hier an der Schule glücklicherweise recht selten, weil die Schüler "Quasi-Muttersprachler" sind aufgrund ihres "Plautdietsch" - dennoch bedeutet das nicht, dass sie sich nicht anstrengen müssen bei der Prüfung. Dies gilt insbesondere für die DSD-II-Prüfung, bei der die Schüler diskursives Denken zeigen müssen (also die Kompetenz, das Für und das Wider einer Sache zu bedenken und zu versprachlichen), und hier treten häufig Schwierigkeiten zutage, weil diese Kompetenz im außerschulischen Kontext einfach nicht gefragt ist. Als Lehrer aus Deutschland bin ich dann auch auf (Denk-) Barrieren gestoßen, deren Existenz mich verwunderte, weil sie bei uns als überholt gelten...
(Holger)

Dienstag, 5. Oktober 2010

Cerro Leon

Die "Osenberge" des paraguayischen Chaco
Am Wochenende haben wir in Begleitung der "BPLK-Familie" aus Filadelfia und eines ortskundigen Paares einen Ausflug zum Cerro Leon gemacht. Einer Hügelkette mitten im Chaco, in einem riesigen Nationalpark.

Die Fahrt war lang und unangenehm, da sie nur über Erdstraßen führte, die von Schlaglöchern zerfressen und extrem staubig war. Aber irgendwann:Die letzten 5km nach scheinbar endloser Fahrt...; ein wenig heruntergekommen - im wahrsten Sinne - wirkt das Schild ja schon. (Als wir zurückfuhren, war es ganz abgefallen.)

Vor uns der Staub des Autos, das voranfährt. Die gesamte Hin- und Rückstrecke riesige Staubwolken, teilweise so dicht, dass man stehen bleiben muss, da man nichts mehr sieht - das macht keinen Spaß... Im Himmel sieht man keine Vögel sondern Heuschrecken, ca. 12cm groß und erschreckend viele. Das lässt einen auf mehr interessante Tiere hoffen - vielleicht sogar etwas anderes als Insekten und Vögel?
Eine Nahaufnahme einer Heuschrecke. Leider habe ich es nicht geschafft, eine fliegende vernünftig zu fotografieren. "Auseinandergefaltet" sind sie nämlich ziemlich bunt und sehen noch interessanter aus.

Endlich da, das Zelt ist aufgebaut, der Spaß kann beginnen. Die Kinder sitzen schon und wühlen in der Erde - juchu.

Hier die zwei, zum Zeltplatz gehörenden, "Wellnessoasen"; die Wellness drumherum wurde mehr genutzt...

Bierchen schmeckte - fast - allen, auch den am Cerro Leon lebenden "Ekelfliegen". Ekelhaft, weil sie erstens so zahlreich sind und zweitens "haften". Einfach wegscheuchen ist nicht, da müssen schon härtere Maßnahmen ergriffen werden, wenn so ein Ding auf der Hand, in den Haaren o.a. sitzt...

Vom Weg auf den Berg konnten wir auch unseren Zeltplatz sehen - mitten im Busch. Außer einer kleinen Echse und den ständig präsenten Papageien und Raubvögeln hielt sich jedoch die Tierwelt vor uns verborgen. Dafür konnten wir sehr viele schöne Kakteenarten, von denen auch einige blühten, sehen - das hat je nach Person mehr oder weniger Begeisterung ausgelöst ;-)

Abends gab es wieder Feuerchen - drei - im Vordergrund sieht man den Guiso-Topf mit den Kartoffeln drin, die auch bei den Fleischessern gut ankamen. (Daneben die Aluschale mit lecker Sojawadi - dank an Jörg und Matze! - die nicht so gut ankamen, jedenfalls schien das Interesse nicht so groß zu sein, und die, die probiert haben, haben nicht mehr verlangt ;-))
Am Abend haben wir dann auch Tiere gehört, aber nicht gesehen: Fledermäuse flogen die ganze Zeit über uns herum.
Für uns relativ früh, für die Kinder relativ spät ging es ins Bett. Holger und Amalia haben ganz gut geschlafen, Lenia etwas unruhig - wie immer, wenn sie nicht in ihrem eigenen Bett liegt - und ich mal wieder weniger. Dafür habe ich die diversen Tiere gehört, die ums Zelt schlichen. Ich hätte ja gerne gewusst, was es war, wollte aber nicht raus in die Dunkelheit... zu Tieren von denen ich nicht weiß, welche es sind, in einer Gegend, in der es Pumas und Jaguare gibt...
Einmal meine ich ein Grunzen gehört zu haben, das waren also wohl Wildschweine, sonst weiß ich es nicht. Die daneben gefallenen Kartoffelscheiben und die abgegessenen Knochen waren jedenfalls morgens nicht mehr da.
Ich war froh, als es langsam hell wurde...

Wenn der Hut sitzt, kann der Tag beginnen...

...bzw. nach einem anständigen Kaffee/Kakao.
Nach dem Frühstück sind alle noch ein wenig "umhergezogen", dann haben wir zusammengebaut und -geräumt und haben uns, mit einem Zwischenstopp an einem Wasserloch mit Jabirus, Ibissen, Chahas usw., auf den Heimweg gemacht.

Auf dem Rückweg kreuzten Gauchos mit einer großen Rinderherde die Straße...

Irgendwann trennten wir uns von unseren Mitreisenden; sie schlugen den Weg nach Filadelfia ein, wir fuhren nach Loma Plata. Kurz zuvor hatten wir unseren ersten Fuchs auf der "Reise" gesehen und dann zwischen Filadelfia und Loma Plata sprang/rannte ein Ozelot über die Straße - die Kamera war natürlich nicht schnell genug draußen. Merke: um Wildkatzen zu sehen muss man nicht 300km weit weg fahren, sondern zwischen den Orten hin und her, da haben wir zumindest mehr Glück....
(Anke)

Donnerstag, 30. September 2010

Wir sind das Ruhrgebiet

Surreal anmutende Klänge im Herzen Südamerikas
Wir haben, glaube ich, bereits über Patrick Lindner beim Rodeo berichtet. Mittlerweile sollte man sich daran gewöhnt haben, dass die Musikauswahl hier irgenwie so gar nicht südamerikanisch ist, trotzdem überrascht sie immer wieder. So heute im Supermarkt: Man kauft ein, mitten im paraguayischen Chaco, und hört "Wir sind das Ruhrgebiet" von Wolfgang Petry...
Interessant...
(Wer das Lied gerade nicht im Kopf hat oder sich einfach nur ein bisschen mehr so fühlen will, als würde er/sie in Loma Plata im Supermarkt einkaufen, klickt hier:
http://www.youtube.com/watch?v=DRDqvfWssPU )
(Anke)

Mittwoch, 29. September 2010

Schnappschüsse

Ein paar neue Fotos, fast ausschließlich die Tierwelt betreffend... Zunächst natürlich wieder aus der Vogelwelt: Das Bild links und das in der Mitte sind aus dem Busch bei der Laguna Capitan, das Bild rechts auf einem Feld.
Dank des Internets habe ich, glaube ich, ein wenig Ahnung, um was es sich dabei handelt - werde mir aber mal ein Buch zum Nachschlagen von Vogelarten kaufen, dann geht´s schneller.
Also links ist ein Specht, aber hier gibt´s viele Arten, keine Ahnung, was das genau ist...
In der Mitte: Der Rotrückensensenschnabel (Campylorhamphus trochilirostris).
Rechts: Der Rubintyrann (Pyrocephalus rubinus), ein Sperling.

Kreativität pur bei der Gartenarbeit. Wir versuchen ja stetig ein wenig Grün in unser Braun zu bekommen, bisher mit eher wenig Erfolg. Aber die Kinder haben Spaß: Mit der Hacke hat Amalia im Garten großformatig gezeichnet. Falls es jemand nicht erkennen sollte: Es sind Moais am Meer (vgl. Diashow Rapa Nui: Tongariki).
Nachteil der Gartenarbeit ist die hier wohl beginnende Zeckenzeit - jedenfalls hatten wir bisher nur wenige. Aber gestern nachdem wir im Garten gearbeitet haben, waren dann doch mehr an uns: ich (1), Lenia (3), Amalia (11)! Schön! Da weiß man gar nicht, ob man tatsächlich noch mehr Grün, an dem sich die Viecher aufhalten können, haben möchte...

Eine völlig neue Entdeckung - für uns -: Das Kleingrison (Galictis cuja), ein Marder, ist hauptsächlich in der Dämmerung aktiv. Wir hatten also um ca. 10.30Uhr großes Glück zuerst das eine Tier zu entdecken und dann, nachdem es in einer Höhle bzw. in einem Loch verschwunden war, die drei Anderen.

"Schreipapagei" beim Essen: Mmmmhhh lecker, Lapacho-Blüte.

Blattschneiderameise mit fiesen Stacheln auf dem Rücken. Sehen die immer so aus? Ist uns bisher nicht aufgefallen...
(Anke)

Dienstag, 21. September 2010

Überraschung

Endlich...
hat es ein Teil der Pakete, die auf dem Weg zu uns waren, geschafft hier anzukommen. Vielen Dank, für die lieben Worte und Geschenke; wir haben uns sehr gefreut... (Ich denke, am Foto können die "Versender" erkennen, dass ihr Paket dabei war.)

Ach ja, falls jemand vorhat, etwas für Amalia zu schicken, das Paket aber noch nicht auf dem Weg ist, lasst es lieber. Ich denke, wir sind schneller in Deutschland, als ein Paket hier wäre...(Anke)